Kreisverband für Gartenbau und Landespflege Rosenheim e.V.

Wettbewerb – Unser Friedhof

Wettbewerb Unser Friedhof –
Ort der Würde, Kultur und Natur

 

Friedhöfe sind symbolträchtige Orte mit einer regional verankerten Trauerkultur. Der Bayerische Landesverband für Gartenbau und Landespflege e. V. hat mit Unterstützung der Kreisfachberatung an den Landratsämtern für 2015 einen Wettbewerb ausgelobt, der positive Beispiele der Friedhofsgestaltung herausstellen und Impulse zur Orientierung und Nachahmung geben will. Gerade weil die Kommunen zunehmend vor der Herausforderung stehen, neue Bestattungsformen stimmig in die Gestaltung ihrer gewachsenen Friedhofskultur zu integrieren, ist es ein Anliegen, gute Konzepte zu würdigen.

Im Landkreis Rosenheim haben sich 12 Gemeinden und Kirchenverwaltungen mit insgesamt 15 Friedhöfen zu der Aktion angemeldet. Gartenfachberater Sepp Stein hat als Mitglied im bayerischen Arbeitskreis Friedhof, als Organisator des Wettbewerbes im Landkreis und als Leiter der Jury den Wettbewerb wesentlich geprägt.

Bei der Abschlußfeier am 28. Oktober 2015 in Eggstätt wurden die Kirchenverwaltungen und Gemeinden vom stellvertretenden Landrat Huber und vom Präsidenten des Bayerischen Landesverbandes für Gartenbau und Landespflege geehrt. Sepp Stein hat die Preisträger so charakterisiert:

 

Kiefersfelden Bergfriedhof

Die beiden Friedhöfe in Kiefersfelden sind einzigartig, weil sie an rel. steilen Berghängen angelegt sind. Dadurch sind alle Arbeiten und Vorgänge im und am Friedhof erschwert. 60-70 % Urnenbestattungen sind sicher auch auf die Hangsituation zurückzuführen. Andererseits sind die Friedhöfe insbesondere der Bergfriedhof mit seinem Blick über Kiefersfelden und die Bergwelt ein besonderes Erlebnis für Besucher, auch die in Terrassen angelegten kleinen Grabfelder.

Hervorzuheben ist wiederum beim Bergfriedhof und seinen Grabmalen der verantwortungsbewußte Umgang mit Steingröße und der Einsatz heimischen Materials.

97 Punkte: Bronzemedaille

 

Stephanskirchen neuer Friedhof

Der neue, grüne Friedhof in gebührendem Abstand neben dem historischen Kirchenfriedhof ist, wie er sein soll: insgesamt parkartig angelegt mit optischen Bezugspunkt Kirche, die einzelnen Grabfelder zunächst locker belegt, freie Flächen in hochwertigen Blumenwiesen angelegt.

Das für alle Friedhöfe neue Problem der alternativen Bestattungsformen wird in Stephanskirchen mit fundierter Planung eines Landschaftsarchitekten angegangen.

97 Punkte: Bronzemedaille

 

Söchtenau

Eine besondere Verantwortung dem historischen Kirchenfriedhof gegenüber konnten wir in Söchtenau erleben: Vor einigen Jahrzehnten wurde der Kirchenfriedhof in Söchtenau aufgelöst und die Gräber auf den neuen Friedhof am Ortsrand umgesiedelt. Im Rahmen der Dorferneuerung schafften es nun geschichts- und kulturbewußte Bürger und die Kirchenverwaltung, den alten Kirchenfriedhof wieder zu „beleben“.

Beeindruckend auch die Details dazu:

  • Vorrang für alteingesessene Familien
  • Renovieren guter, alter Grabmale und der Nischen in der Friedhofsmauer
  • moderne, schlichte Aussegnungshalle
  • tragfähiges finanzielles Konzept
99 Punkte: Silbermedaille

 

Eggstätt, neuer Friedhof

Eggstätt hat sich in den 80er Jahren einen damals wie heute außergewöhnlichen Friedhof geleistet: Lage, Zuschnitt des Grundstücks, Planung, Friedhofsmauer und Aussegnungshalle ergeben eine beispielhafte architektonische Anlage. Gut aber auch das Herantasten an alternative Bestattungsformen, gut die Beratung und Kontrolle bei neuen Grabmalen durch die Friedhofsverwaltung. Letztlich haben wir auch die private Gestaltung der Gräber und Grabmale sehr positiv wahrgenommen

100 Punkte: Goldmedaille