Kreisverband für Gartenbau und Landespflege Rosenheim e.V.

Wettbewerb

Wettbewerb Unser Dorf hat Zukunft –
Unser Dorf soll schöner werden

 

Unser Dorf hat Zukunft

Der Dorfwettbewerb ist im Landkreis Rosenheim eine Erfolgsgeschichte:

  • 1980    Neubeuern, Bundesgold
  • 1990    Höhenmoos, Bundesgold
  • 1996    Vagen, Bundessilber
  • 2003    Nußdorf am Inn, Bundesgold
  • 2004    Nußdorf am Inn, Europagold bei Entente Florale Europe
  • 2010    Niederaudorf, Bundesgold
  • 2016    Hirnsberg

 

Auch am 25. Wettbewerb waren zwei Orte erfolgreich im Landesentscheid vertreten:

Schönau und Gemeinde Tuntenhausen erreichte eine Silbermedaille.
Hirnsberg und Gemeinde Bad Endorf erreichte eine Goldmedaille und ist damit 2016 im Bundesentscheid. www.hirnsberg.bayern

Golddorf Hirnsberg

Das kleine Dorf Hirnsberg mit 89 Einwohnern bzw. 340 einschließlich der umliegenden Weiler hat im seit 2013 laufenden Wettbewerbes Unser Dorf hat Zukunft – Unser Dorf soll schöner werden eine von 10 Goldmedaillen auf Bundesebene erreicht. Damit ist es berechtigt, den inoffiziellen Zusatz „GOLDDORF“ zu tragen. Sepp Stein, Sprecher der Arbeitskreise (apfe@gmx.de) schreibt:

Davon haben wir geträumt, Optimisten haben es angeblich erwartet, Hirnsberg ist sozusagen Deutscher Meister im Dorfwettbewerb 2013 – 2016. Es waren ab Herbst 2012 vier Jahre voller intensiver und zielgerichteter Arbeit für den Ort. Denn das war uns schon in der ersten Sitzung klar: Wir tun es für Hirnsberg und erst in zweiter Linie für den Wettbewerb. Unbewusst hat uns das auch die Lockerheit und Sicherheit gegeben, vom und im Wettbewerb nicht enttäuscht werden zu können, denn wir engagieren uns für uns, für Hirnsberg.

Anfangs gab es auch fragwürdige Vorstellungen, beim Wettbewerb ginge es „nur“ um Blumenschmuck oder gar um eher kitschige Gestaltungselemente. In den Anfangsjahren des Wettbewerbes, Mitte der 60er Jahre traf das aus damals teils verständlichen Gründen sogar zu. Heute stehen andere Schwerpunkte im Mittelpunkt: „Ortsgemeinschaft“, „Wirtschaftliche Perspektiven“, „Demografischer Wandel“, …

Hirnsberg war 1971 schon einmal im Wettbewerb zusammen mit 23 anderen Orten im Landkreis Rosenheim. Hirnsberg wurde „in die Gruppe der landschaftlich benachteiligten Orte“ mit großem Abstand Letzter. Die Kriterien waren damals eben anders. Ironischerweise wurde als einziger positiver Punkt die Gestaltung am Kirchenvorplatz erwähnt, der Platz, den wir im laufenden Wettbewerb 2013 – 2016 unbedingt wieder umgestalten wollten.

Die entscheidenden Maßnahmen für Ort und Wettbewerb wurden allerdings nicht in den vergangenen vier Jahren ausgeführt, sondern in den 25 Jahren vorher:

  • Kirchen-, Orgel-, Friedhofrenovierungen
  • Trachtenheimneubau
  • Blasmusik-, Theatergruppengründung
  • Neubau des Feuerwehrhauses
  • Anlage und Pflege des Obst- und Kulturweges Ratzinger Höhe
  • Energetische Sanierung und Renovierung des Kindergartengebäudes
  • Erhalt von Gastwirtschaft, Kramerladen und Bücherei
  • Sehr aktives, untereinander harmonisches Vereinsleben

Dazu kommt die nahezu klassische soziale und bauliche Ortsmitte mit Kirche, Wirt und Kramerladen, dazu der Dorfanger und ein bescheidener, regional üblicher Dorfbrunnen. Sozusagen in zweiter Reihe dahinter kommen Pfarrhof, Kindergarten und die Bauernhäuser. Den Ortsrand schließlich bilden verstreut Wohnhäuser und Obstwiesen.

Als dann noch die richtige menschliche Motivation dazukam, dann war das für Hirnsberg der richtige Zeitpunkt für den Wettbewerb.

In den vergangenen vier Jahren schließlich wurde das, was wir uns schon länger vorgenommen hatten, besprochen, geplant und umgesetzt. Größere Maßnahmen waren die Dorfplatzpflasterung mit Bachkugelsteinen, die Öffnung der Lüftungslöcher im Kirchturm als Nistplätze für die Dohlen, größere Planungen für Naturschutz im Talkirchner Moos und am Simssee, sowie die Wanderwegesanierung in Kreuzbichl.

Ein gewisser Kritikpunkt war der Mangel an Arbeitsplätzen im Ort oder gar das Fehlen eines Gewerbegebietes. Dem haben wir uns vehement widersetzt. Wir meinen, daß es in der heutigen Zeit und in einer wirtschaftlich boomenden Region der größere Bedarf ist, ein klassisches Dorf zu erhalten als auf Biegen und Brechen neue Arbeitsplätze zu schaffen, die großteils ohnehin nicht von Hirnsbergern besetzt werden würden. Außerdem liegt Hirnsberg in zwei Landschaftsschutzgebieten, was eine Zersiedelung behördlicherseits verbietet. Um nicht mißverstanden zu werden: In Hirnsberg gibt es einige Handwerksbetriebe, die natürlich ihre Entwicklungsmöglichkeiten haben sollen.

Franz Mayer, Mitglied der Arbeitskreise hat es mit dem Leitbild „Das was wir haben, schützend in die Zukunft tragen“ auf den Punkt gebracht.

Erwähnen möchte ich noch:  Es waren in den vergangenen vier Jahren ca 30 Arbeitskreissitzungen, Versammlungen und größere Ortsbesichtigungen, an die 15 Zeitungsartikel, Sendungen in Rundfunk und Fernsehen. Derzeit ist spürbar eine Entspannung eingetreten, niemand mag sich mehr recht fotografieren lassen, auch, weil wir nicht wissen, wie der Artikel letztlich ausfällt.

Es war eine schöne Zeit und wir haben viel erreicht für Hirnsberg und, was vielleicht noch wichtiger ist: Wir sind noch enger zusammengerückt und haben den Wert und den Geist des Wettbewerbes an- und aufgenommen. Ich hoffe, daß Hirnsberg widerstandsfähiger geworden ist gegen alles, was unsere Landschaft, Natur, Kultur und Gemeinschaft gefährden könnte. mehr in www.Hirnsberg.bayern.

 

Ausschreibung

Ablauf, Bewertungskriterien, Ergebnisse unter: www.dorfwettbewerb.bayern.de

Nach dem vorgegebenen Verteilerschlüssel vertreten drei Dörfer Bayern im Bundesentscheid 2019.

 

Die Fachberater des Landratsamtes haben Erfahrung mit dem Wettbewerb und beraten Sie gerne. Email an gartenkultur@lra-rosenheim.de.